Winterthur

Ein Kompass bei der Fremdplatzierung von Kindern

Bei der Fremdplatzierung von Kindern ist vieles zu bedenken. Orientierung in diesem komplexen Themenfeld bietet die von der ZHAW neu entwickelte Online-Plattform WiF.swiss.

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Die Plattform WiF stellt fachliche Inhalte zum Prozess der Fremdplatzierung von Kindern zur Verfügung. (Symbolbild: Fotolia)

Das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (KESR) fordert Fachpersonen und betroffene Dienste gleichermassen: Wie arbeiten die vielen involvierten Stellen am besten zusammen? Wo sind die Grenzen der beabsichtigten Hilfe? Und vor allem: Was ist das Beste für das betroffene Kind?

Der Bedarf an fachlicher Orientierung zur Entwicklung einer einheitlichen Diskussions- und Wissensbasis ist erheblich. Dies zeigen auch die zahlreichen Diskussionen rund um die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB). Auf Anregung von Fachpersonen hin entstand das Projekt «WiF – Wissenslandschaft Fremdplatzierung». Es basiert auf der Idee, fachliche Inhalte zu Fremdplatzierungsprozessen für einen langfristigen Qualitätsdialog auf einer Plattform bereitzustellen.

Eine zentrale Wissenbasis

Die Online-Plattform WiF.swiss soll wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis verknüpfen – und wurde darum in Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft entwickelt. Fachpersonen, die sich mit Fremdplatzierungen beschäftigen, können sich auf www.wif.swiss direkt mit Kommentaren und Vorschlägen an der Weiterentwicklung der Inhalte beteiligen.

«WiF.swiss soll so zu einer zentralen Wissensbasis für Fremdplatzierungen in der Deutschschweiz werden», erklärt Stefan Eberitzsch, Projektleiter am Institut für Kindheit, Jugend und Familie der ZHAW Soziale Arbeit.

Zusammenspiel zwischen Praxis und Wissenschaft

Die Online-Plattform bietet zum einen themenrelevante Informationen aus Forschung, Wissenschaft und Praxis, zum anderen aber auch Prozessdarstellungen, wichtige Reflexionsfragen für Fachpersonen oder vertiefende Hilfestellung zu zentralen Themen wie Abklärung oder Kooperation.

Die gesammelte Expertise auf WiF.swiss ist das Resultat eines dialogischen Zusammenspiels zwischen Praxis und Wissenschaft: In Workshops mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. Sozialdienste, KESB oder Jugendanwaltschaft) wurde der Platzierungs- und Betreuungsprozess kritisch diskutiert, bewertet und weiter angepasst.

«WiF – Wissenslandschaft Fremdplatzierung» ist ein Kooperationsprojekt zwischen Integras, dem Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik, und dem Institut für Kindheit, Jugend und Familie des ZHAW-Departements Soziale Arbeit. Gefördert wird das Projekt von der Gebert-Rüf-Stiftung.

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