Winterthur

Ein Hang zu Seifen und Zombie-Fratzen

Für die Fasnacht verwandelt Claudia Rindler Winterthurer Narren in Fantasiefiguren und Gruselgestalten. Neben ihrem Faible für Horror-Spezialeffekte
verkauft die Winterthurerin auch Kosmetik- und Pflegeprodukte im eigenen Seifenladen am Obertor.

von
Tina
Schöni
Uhr

Die Winterthurerin Claudia Rindler hat ein Faible für Beauty und Horror. Sie stellt neben rosa Seifen auch Horror-Fratzen für die Fasnacht her. (Bild: Glenn Butler)

Anfang März ist es wieder so weit. Auf den Winterthurer Strassen tummeln sich Hexen, Feen und Zombie-Fratzen. Die Fasnachtszeit beginnt. In ihrem Ladenlokal Seifen Oper am Obertor versieht Claudia Rindler die Fasnachtsfans dann, je nach Wunsch, unter anderem mit der Visage von Bösewicht Joker, einem Totenkopf oder einem Elfengesicht.

Während einige die Winterthurerin stets mit Leichen, Schnittwunden und künstlichem Blut aus dem Horror-Segment verbinden, denken andere bei ihrem Namen eher an Kosmetik und Pflegeprodukte. Seit Jahren ist sie nicht nur als Maskenbildnerin, sondern auch als Visagistin, Tattoomodel, Regisseurin, Schauspielerin und Verkäuferin im Einsatz und gilt als echte Allrounderin. Eins ist sicher: Claudia Rindler hat viele Facetten.

Vegane Seifen und blutige Wunden

Seit mittlerweile mehr als vier Jahren bedient und berät die Winterthurerin ihre Kunden in der Seifen Oper am Obertor. Dort verkauft sie handgefertigte Seifen und Kosmetikprodukte. «Alle zu 100 Prozent vegan und ohne Tierversuche produziert», betont die Tierliebhaberin und Besitzerin von drei Bulldoggen.

Hergestellt werden die Pflegeprodukte im Untergeschoss ihres kleinen Geschäfts in der Altstadt. Neben getrockneten Pflanzen und Aromen liegen in Seidenpapier gewickelte rosa Seifen auf dem Basteltisch. Im Raum neben­an verbergen sich die Produkte ihrer zweiten Leidenschaft. Dort liegen blutverschmierte Zombie-Fratzen und Wunden aus Silikon und Latex. Schmunzelnd erklärt Claudia Rindler, was es damit auf sich hat: «Es beschreibt ziemlich genau, mit was ich es beruflich ­alles zu tun habe. Die Seifenprodukte sind für den Verkauf an Ostern gedacht, die Horror-Spezialeffekte habe ich für die Fantasy Basel vorbereitet.»

Professionelles Handwerk gefordert

Seit drei Jahren verwandelt die anerkannte Maskenbildnerin an diesem dreitägigen Festival in Basel begeisterte Film-, Game- und Comicfans in diverse Fantasiefiguren. Nebenbei stellt Claudia Rindler die furchteinflössenden Fratzen und Utensilien auf Wunsch auch für Bands, Musiker oder Theatervorstellungen her. Aufträge aus dem Musikbereich nimmt sie besonders gern entgegen: «Das macht so viel Spass, weil ich richtig kreativ sein und eigene Ideen einbringen kann.» Aktuell ist sie dabei, mehrere Föten aus Latex für das neue ­Album des norwegischen Sängers Mortiis zu schaffen.

Im Kühlraum lagert sie Totenköpfe, künstliche Leichen und andere Horror-Requisiten von vergangenen Aufträgen. «Du weisst nie, ob du sie nochmals brauchen kannst», sagt sie mit einem Blick auf ihre Ansammlung. Dass sie sich sowohl für Beauty-Produkte als auch Horror-Spezialeffekte begeistern kann, sei alles andere als widersprüchlich. «Ob ich jetzt Narben schminke oder ein Make-up für eine Hochzeit auftrage, spielt keine Rolle. Beides erfordert ein professionelles Handwerk.»

Bekannt im Horror-Bereich

Wer sich die berufliche Laufbahn von Claudia Rindler ansieht, erkennt, dass sie keine blosse Träumerin ist. Hat sie ein Ziel ins Auge gefasst, packt sie es an. So folgte eine Tätigkeit auf die andere. Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Textilverkäuferin ist die damals 18-Jährige von Luzern nach Winterthur gezogen, hat erst als freischaffende Maskenbildnerin gearbeitet und später eine anerkannte Maskenbildnerschule im deutschen Waldshut besucht. Im Horror-Bereich hat sie sich schliesslich einen Namen gemacht und ihren Kindheitstraum umgesetzt. «Ich bin sehr glücklich darüber, wie sich mein Leben entwickelt hat», bestätigt sie.

Autor: Tina
Schöni

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