Fremdspracheninitiative am 21. Mai

«Bei einem Ja gewinnt die Schule»

Schülerinnen und Schüler sollen künftig erst auf Sekundarstufe eine zweite Fremdsprache lernen müssen. Darüber wird im Kanton Zürich am 21. Mai abgestimmt. Kaspar Vogel, Vizepräsident der SekZH und Sekundarlehrer aus Winterthur-Veltheim, unterstützt diese Pläne und erklärt warum. Eine Gegenstimme folgt in wenigen Stunden auf Züriost.

von
Christian
Saggese
Uhr

Kaspar Vogel, Vizepräsident der SekZH und Sekundarlehrer aus Winterthur-Veltheim. (Bild: zvg)

Die kantonale Volksabstimmung «Mehr Qualität - eine Fremdsprache an der Primarschule»  verlangt, dass eine zweite Fremdsprache künftig erst in der Sekundarschule unterrichtet wird. Ob dies Englisch oder Französisch sein wird, steht noch offen.

Kaspar Vogel, Vizepräsident der SekZH und Sekundarlehrer aus Winterthur-Veltheim, empfiehlt ein Ja in die Wahlurne zu legen. Und zwar darum:

«Rechnen, schreiben, lesen und sprechen muss der Mensch können. Mathematik und Geometrie, Deutsch, Englisch und Französisch, Natur und Technik, Geschichte und Geografie, Musik, bildnerisches und handwerkliches Gestalten, Religion und Kultur, Medienbildung und Informatik heissen die Fächer. Sogar Gesundheitsförderung, Umweltbildung und Verkehrskunde sind zu übernehmen. Die Volksschule integriert fremdsprachige Kinder und vermittelt eine breite Allgemeinbildung. All das ist wichtig und wünschenswert.

Die Lektionentafel der Primarschule ist heute aber definitiv überladen. Die Kinder müssen viel zu viele verschiedene Inhalte in der vorhandenen Zeit lernen. Es fehlt der Raum, um den Stoff zu festigen und qualitativ zu vertiefen. Dies führt dazu, dass bei vielen nur oberflächliches Wissen vorhanden ist oder dass, noch schlimmer, alles wieder vergessen wird.

In der Primarschule muss das Gewicht auf die deutsche Sprache und die Mathematik gelegt werden. Darauf bauen nämlich sämtliche Lerninhalte auf, welche im späteren Leben nötig sind. Ebenso wichtig für die Entwicklung der Kinder sind gestalterische und musische Fächer und der Realienunterricht.

Um sich nicht zu verzetteln, muss die Lektionentafel entschlackt werden. Selbstverständlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, auf welches Schulfach zugunsten besserer Qualität verzichtet werden soll.

Es ist zwar bekannt und unbestritten, dass frühes spielerisches Sprachenlernen erfolgreich ist. Dies gilt aber nur bis zum achten Lebensjahr. Anschliessend geht diese Fähigkeit bei Kindern nämlich wieder verloren. Um nachhaltige Fortschritte bei der Fremdsprache zu erzielen, müssten daher in der Primarschule weit mehr Lektionen zur Verfügung stehen als bisher. Bei zwei gleichzeitig zu erlernenden Sprachen wie Französisch und Englisch neben allem anderen undenkbar.

Mit zunehmendem Alter, ab der Sekundarstufe, entwickelt sich dafür bei Jugendlichen die Fähigkeit, reflektierend und kognitiv eine Fremdsprache erlernen zu können.

Das Erlernen einer der beiden Fremdsprachen kann getrost in die Sekundarschule verschoben werden.»

Die Gegenstimme finden Sie hier.

Autor: Christian
Saggese

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.