An'Nur-Moschee Winterthur

Anklage gegen äthiopischen Imam erhoben

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat gegen den äthiopischen Imam, der im Oktober 2016 anlässlich seiner Predigt in der An'Nur Moschee öffentlich zur Tötung von Muslimen aufgerufen hatte, Anklage erhoben. Dies wegen der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen und Gewalttätigkeiten sowie weiterer Delikte. Beantragt wird eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie die Landesverweisung.

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In der An'Nur-Moschee sollen Jugendliche radikalisiert worden sein, um sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschliessen. (Bild: Archiv)

Im November 2016 eröffnete die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ein Strafverfahren gegen einen äthiopischen Imam und drei weitere Personen aus dem Umfeld der An'Nur Moschee in Winterthur. Ihnen wurde vorgeworfen, in einer öffentlichen Rede zu Verbrechen und Gewalttätigkeiten aufgerufen zu haben. 

Am 2. August wurde nun gegen den äthiopischen Imam Anklage erhoben. Dies wegen der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen und Gewalttätigkeiten, mehrfacher Gewaltdarstellung und Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, wie die Oberstaatsanwaltschaft Kanton Zürich soeben mitteilte.

Er soll dazu aufgerufen haben, Muslime zu töten

Konkret wird ihm vorgeworfen, in seiner Predigt vom 21. Oktober 2016 in der An'Nur Moschee unter anderem dazu aufgerufen zu haben, Muslime, die nicht in der Gemeinschaft beten, zu verstossen und diese bei anhaltender Weigerung gar in deren Häuser zu verbrennen und zu töten. Zudem soll er über Facebook brutale Darstellungen des Tötens von Menschen beschafft und Drittpersonen zur Verfügung gestellt haben. Weiter wird ihm vorgeworfen, ohne die dafür notwendige Bewilligung während rund vier Wochen als Imam einer Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein und dadurch gegen die Ausländergesetzgebung verstossen zu haben.

Für 15 Jahre Landesverweisung beantragt

Die Staatsanwaltschaft hat beim Bezirksgericht Winterthur eine bedingte Freiheitstrafe von 18 Monaten sowie die Landesverweisung für 15 Jahre beantragt. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 4. November 2016 in Untersuchungshaft.

Zwei der Verfahren gegen die drei weiteren Beschuldigten sind mit Datum vom 18. Juli 2017 eingestellt worden. Das dritte Verfahren steht kurz vor dem Abschluss. 

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