Stromausfall

Zugchaos in Wetzikon – so reagierten die Pendler

Gestörter Feierabendverkehr: Im Bahnhof Wetzikon kam es am Mittwoch kurz vor 18 Uhr zu Problemen an einer Fahrleitung. Auf dem Oberländer S-Bahn-Netz kam es dementsprechend zu Verspätungen. Einige Pendler zeigten sich verägert und ratlos.

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Wegen eines Stromausfalls am Bahnhof Wetzikon fuhren bis unmittelbar nach 20 Uhr keine S-Bahnen. Die Strecke Zürich HB – Uster – Rapperswil wurde kurz vor 18 Uhr durch eine heruntergerissene Fahrleitung beeinträchtigt. Bis Betriebsschluss konnte diese repariert werden, sodass die Züge ab Donnerstagmorgen wieder planmässig verkehren. Wie die SBB mitteilen konnte der Betrieb am Wetziker Bahnhof schon nach 20 Uhr zumindest wieder auf einem Gleis aufgenommen werden. Die Verspätungen hätten sich in Grenzen, das heisst im einstelligen Minutenbereich gehalten.

Die Fahrleitung wurde höchstwahrscheinlich durch einen Gegenstand beschädigt. Vom Unterbruch betroffen waren die Linien S3, S5, S14 und S15. Die SBB empfahl den Reisenden von Zürich HB nach Rapperswil oder umgekehrt via Meilen (S7) zu reisen. Ersatzbusse nach Uster und Zürich sowie nach Bubikon und Hinwil standen im Einsatz.

Ärger und Ratlosigkeit

Am Wetziker Bahnhof spielten sich gegen 18 Uhr derweil chaotische Szenen ab. Die Mitarbeiter der SBB wurden von Dutzenden von Leuten mit Fragen eingedeckt: «Wo fahren Ersatzbusse?», «Wie komme ich jetzt nach Winterthur?», «Wo bekomme ich eine Bestätigung für meinen Chef, dass ich nicht schuld bin, wenn ich zu spät komme?»

«Freunde aus dem Ausland erwarten mich am Hauptbahnhof», erzählte eine Frau aus Wolfhausen. Sie werde jetzt ein Taxi suchen, nach Uster fahren und die Rechnung später an die SBB schicken. «Das ganze ist ärgerlich, auch wenn wohl niemand etwas dafür kann», sagt sie.

Gestrandete Pendler warteten in Wetzikon auf die Ersatzbusse.

Unverhoffte Extraschicht

Auch ein junger Mann aus Rüti war genervt. «Das kommt in letzter Zeit öfters vor», meinte er, während er auf seinen Vater wartete, der ihn mit dem Auto abholte. Eine ältere Frau aus Winterthur war dagegen einfach nur müde. Seit einer Stunde warte sie nun schon auf eine Heimfahrmöglichkeit. «Nach einem ganzen Tag Enkel-Hüten hätte ich dieses Extraschicht eigentlich nicht gebraucht.»

Gelassen blieb auch eine junge Frau aus Wetzikon. «Eigentlich wollte ich nach St. Gallen ins Training. Jetzt gehe ich halt wieder nach hause». (rbr/mig)

Kommentare

Ich war selbst betroffen und fand, dass die Situation seitens SBB gut gemeistert wurde. Ich verstehe die Kritik nicht.

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