Uster

Spital Uster AG: Guter Rat ist teuer

Die Umwandlung des Spitals Uster in eine Aktiengesellschaft ist gescheitert. Ein Kommentar von Christian Brütsch, ZO/AvU-Redaktor und Leiter Support.

von
Christian
Brütsch
Uhr

Die Spital Uster AG findet nicht statt. Oder zumindest nicht in jener Form, wie sie vom Zweckverband vorbereitet, von der Spitalführung unterstützt und von verschiedenen Exekutiven und Legislativen getragen wurde. Dass es keine einfache Abstimmung werden würde, deutete schon die massive Kampagne der Gegner an. Scheinbar schafften sie es, mit den Schreckgespenstern wie Verlust von Mitspracherechten und Ausverkauf des Gesundheitswesens oder von schlechter gestelltem Personal und Profitdenken zu punkten. Dem Spital Uster stehen nun schwierige Zeiten bevor. Im Vorfeld betonte Reinhard Giger, Präsident des Zweckverbands, dass bei einer Niederlage mit weiteren Austritten aus dem Zweckverband zu rechnen sei. Gemäss den Abstimmungsergebnissen haben Dietlikon, Pfäffikon, Wildberg und Uster Nein zur Interkommunalen Vereinbarung gesagt. Sie wären also für einen Austritt aus dem Zweckverband durchaus zu ­haben. Dietlikon wird diesen Schritt sicher bald vollziehen, sind doch die Stimmberechtigten dem Vorschlag der Exeku­tive gefolgt. Sie sagten mit über 70 Prozent Ja zur AG und mit über 80 Prozent Nein zu einer Beteiligung in der Aktiengesellschaft. Ein deutliches Signal, die Zusammenarbeit mit dem Spital Uster aufzulösen.

Besonders schwer wiegt das doppelte Nein aus Uster. Die Standortgemeinde galt bisher als dem Spital wohlgesonnen. Das deutliche Nein kommt einem Misstrauensvotum gegenüber der Spitalführung gleich.

Der weiterhin existierende Zweckverband muss nun wohl oder übel einen Mehrfrontenkampf aufnehmen. Es gilt einerseits die verbleibenden Verbandsgemeinden bei der Stange zu halten. Andererseits sucht das Spital eine stabilere Trägerschaft als den Zweckverband. Gefragt ist eine neue Rechtsform, die eine Mehrheit in allen Verbandsgemeinden findet. ­Damit das glückt, ist es an der Spitalführung, das verlorene Vertrauen insbesondere in der Standortgemeinde wiederzuerlangen. Trotz der Ablehnung darf nicht vergessen werden, dass immerhin neun der zwölf Verbandsgemeinden ein Ja in die Urne legten.

Autor: Christian
Brütsch

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