Zwei Entwickler mit Ideen

Jass-App als Hobby - doch Schwerzenbacher wollen mehr

Seit acht Jahren entwickeln zwei Freunde aus Schwerzenbach Applikationen für Mobiltelefone. Vor Kurzem veröffentlichten sie eine neue Version der Jasstafel, eine Art digitale Schiefertafel.

von
Laurin
Eicher
Uhr

Sandro Meier aus Schwerzenbach hat zusammen mit seinem Freund Luis Martins die App Jasstafel entwickelt. (Bild: Laurin Eicher)

Sandro Meier aus Schwerzenbach und Luis Martins, der zurzeit in Mailand wohnt und seinen Master-Studiengang absolviert, verbindet eine Leidenschaft. Sie entwickeln Smartphone-Apps.

Begonnen haben die beiden Freunde mit ihrer Firma Fidelis-Factory im Jahr 2009. Ein Jahr später veröffentlichten sie mit der App Jasstafel die erste auf das Jassen spezialisierte Applikation der Schweiz. Luis Martins räumt ein, dass er eigentlich nur Gelegenheitsjasser sei. Im Gymnasium hätten sie aber regelmässig gejasst.

Verschiedene Dialekte

«Von den Mitschülern kam einst die Idee, das Aufschreiben der Punkte zu erleichtern», sagt Meier, der zurzeit an der ETH Zürich Informatik studiert. Diesem Vorschlag haben sie daraufhin einige Zeit gewidmet und etwas später begonnen, eine Art digitale Schiefertafel zu entwickeln.

Seit der ersten Version haben sie die Applikation stetig weiterentwickelt und optimiert. Mit der neuesten Version der App Jasstafel, die am vergangenen Samstag erschienen ist, können neu auch die Jassarten Schieber, Coiffeur und Differenzler gespielt werden. Zudem stehen den Spielern auch verschiedene Dialekte wie etwa jene aus Nidwalden, Basel oder Zürich zur Verfügung.

Seriös, aber ohne Druck

Sie hätten sich zwar von Beginn weg die Prämisse gesetzt, jede App seriös zu entwickeln, aber ihre Arbeit dennoch nicht als einen richtigen Job zu sehen, sagt Martins via Skype. «Wir haben so nicht den Druck, damit Geld verdienen zu müssen. Und damit viele Freiheiten», ergänzt Meier. Daher sei es oft so, dass über mehrere Wochen nichts geschehe, dann aber ab und an auch mal über mehrere Abende bis spät in die Nacht programmiert werde.

Über 100'000 Downloads

Nebst der Jasstafel haben Sandro Meier und Luis Martins eine weitere App entwickelt: einen Notenrechner für Schüler. Die Applikation Pluspoints Notenrechner ist gratis und ermöglicht es Schülern und Studenten, durch das Eintragen von Semesternoten ihre Notenschnitte zu berechnen und den Überblick über die Fächer zu behalten. Diese App sei bis heute mehr als 100'000-mal heruntergeladen worden, sagt Martins. «Es ist jeweils sehr schön, wenn ich jemand Unbekannten sehe, der diese App nutzt», so Meier. Dies sei ihm bereits mehrmals passiert.

Für die Zeit nach ihrem Studium könnten sich Sandro Meier und Luis Martins gut vorstellen, ein richtiges Start-up zu gründen. Es müsse allerdings nicht zwingend auf die App-Entwicklung ausgerichtet sein, sagt Meier. «Entscheidend ist ein Start-up mit einer guten Idee». Und Ideen haben die beiden bereits einige in petto. Doch zu viel wollen sie noch nicht verraten.

Autor: Laurin
Eicher

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