Schweizer Meisterschaft im Nacht-OL

«Kartenlesen ist im Dunkeln umso wichtiger»

Die OLG-Pfäffikon organisiert am Samstag die Schweizer Meisterschaft im Nacht-OL. Präsident Jürg Bosshard spricht über teure Stirnlampen, den frühen Zeitpunkt und die Chancen von Riccardo Rancan in seiner ersten Elite-Saison.

von
Raphael
Mahler
Uhr

Eine gute Stirmlampe erleichtert das Finden der Posten beim Nacht-OL. (Bild: zvg)

Orientierungslauf im Dunkeln, klingt etwas verrückt. Ist es das auch?

Jürg Bosshard: Klar, Orientierungsläufe in der Nacht sind bei uns nicht alltäglich. Neben der Schweizer Meisterschaft gibt es in der Schweiz nur wenige solche Wettkämpfe. Verrückt ist das aber nicht. Für erfahrene Läufer ist es nicht so speziell wie es sich anhört.

Welche Eigenschaften sind bei dieser OL-Disziplin speziell gefragt?

Das Kartenlesen ist im Dunkeln umso wichtiger. Man muss sehr präzise laufen, um die Posten zu finden. Zudem braucht es eine gute Stirnlampe. Eine solche kostet schnell 500 Franken.

Während in Skandinavien der Nacht-OL eine bekannte Disziplin ist, ist sie hierzulande nicht so populär. Was sind die Gründe?

In Skandinavien wird es früher dunkel, da sind manche Veranstalter fast gezwungen, ihre Wettkämpfe in der Nacht durchzuführen.

Was zeichnet das Laufgebiet nächsten Samstag aus, das sich von Volketswil über Uster und Pfäffikon bis nach Fehraltorf erstreckt?

Egg-Hard ist ein typischer Mittellandwald. Das Gelände ist leicht coupiert und hat ein dichtes Wegnetz. Es ist ein grosser Wald, in dem interessante Routen möglich sind.

Was sind für Sie als Organisator die speziellen Herausforderungen eines Nacht-Wettkampfs?

Es gibt keine speziellen Herausforderungen. Einzig im Dunkeln nach den Wettkämpfen aufzuräumen ist etwas anspruchsvoller.

Der Wettkampf gilt als Schweizer Meisterschaft. Wieso findet diese gleich zu Begin der Saison statt?

Das hat einen praktischen Grund. Die Nacht-SM findet immer vor der Zeitumstellung statt, solange es noch früher dunkel wird. Damit ist gewährleistet, das die Läufer es mit den ÖV rechtzeitig nach Hause schaffen.

Mit Riccardo Rancan stellt die OLG Pfäffikon auch einen eigenen Athleten in der Elite-Kategorie. Was kann man von ihm in seiner ersten Elite-Saison erwarten?

Er kann sicher nicht um die Medaillen laufen. Ein Rang zwischen 10 und 20 ist aber möglich und wäre schon ein Erfolg. Zumal ausser Daniel Hubmann fast die ganze Schweizer Elite vor Ort sein sollte.

Wie wichtig ist es für die OLG Pfäffikon, wieder einen Athleten bei der Elite zu stellen?

Wir freuen uns sehr. Er ist ein Vorbild für viele junge Athleten und zeigt, was in unserem Sport möglich ist.

Wie viele Läufer erwarten Sie?

Aktuell haben sich etwa 760 angemeldet. Es dürften aber noch einige mehr werden.

Mit Andrin Gründler und Andrin Bieri gibt es auch zwei Talente der OLG Pfäffikon im nationalen Juniorenkader. Wie steht es ansonsten um den Nachwuchs in der Region?

Guten Nachwuchs zu finden ist nie einfach. Momentan sind wir aber zufrieden, wir haben vor allen bei den Knaben einige talentierte Athleten.

Autor: Raphael
Mahler

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