Egg

Rekurs gegen Pfarrwahl abgewiesen

Gegen die Wahl von Fulvio Gamba zum Pfarrer der Römisch-katholischen Kirche in Egg hat ein Mitglied der Kirchgemeinde im November Rekurs erhoben. Dieser wurde nun abgewiesen.

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Fulvio Gamba bleibt Pfarrer des Seelsorgeraums Egg-Maur. (Archivbild: Seraina Boner)

Im November wurde Fulvio Gamba mit 88 Ja- zu 52 Nein-Stimmen zum Pfarrer des Seelsorgeraums Egg-Maur gewählt. Ein Mitglied der Kirchgemeinde legte darauf Einspruch gegen die Pfarrwahl ein, da ein Mitglied der Pfarrwahlkommission als Stimmenzählerin geamtet hatte. Diese sei Katechetin und Ehefrau des Sigristen und somit stark mit dem Kandidaten verbunden. Sie sei daher befangen gewesen und die Wahl somit ungültig.

Weiter sei der Kandidat aufgrund verschiedener bekannter «Unzulänglichkeiten und Machenschaften» nicht als Pfarrer wählbar gewesen – die Wahl sei auch aus diesem Grund zu annullieren.

Fehlende Legitimation

Nun wurde der Rekurs von der Rekurskommission der Katholischen Kirche abgewiesen. Wie sie in ihrem Entscheid schreibt, haben sich gemäss dem Protokoll der Kirchgemeindeversammlung auch auf Aufforderung des Präsidenten hin keine Versammlungsteilnehmer zur Person des Kandidaten oder zu den Modalitäten der Wahl gemeldet.

«Es wurden weder die Stimmenzählerin noch die Information über den Kandidaten gerügt oder weitere Einwände erhoben», schreibt die Rekurskommission. Auf den Rekurs sei daher aufgrund fehlender Legitimation nicht einzutreten. Es handle sich bei der Pfarrwahlkommission um eine von der Kirchenpflege einberufene unselbständige Kommission. Eine Mitgliedschaft schliesse damit die Funktion als Stimmenzählerin nicht aus, ebenso wenig wie eine Anstellung als Katechetin.

Bezüglich des Vorwurfs, es sei zu wenig ausgeführt worden, dass der Pfarrer an früheren Arbeitsstellen nicht freiwillig gekündigt habe, wäre es laut der Rekurskommission Sache des Rekurrenten gewesen, sich an der Versammlung mit dieser Information zu melden. «Die Rügen des Rekurrenten, wonach der Pfarrer aufgrund seines Verhaltens in der Seelsorge, der Personalführung und generell der Führung seines Pfarramts nicht wählbar gewesen sei, gehen über den Gegenstand eines Rekurses in Stimmrechtssachen hinaus», schreibt die Rekurskommission abschliessend.

Aufsichtsbeschwerde hängig

Wie die Römisch-katholische Kirchenpflege Egg in einer Mitteilung schreibt, nimmt sie mit Genugtuung zur Kenntnis, «dass der Entscheid der Rekurskommission ihr als staatskirchenrechtliche Behörde ein in allen Belangen der Pfarrwahl korrektes Vorgehen bestätigt». Ob der Rekurrent den Entscheid weiterzieht, ist derzeit noch offen.

Nach wie vor hängig ist eine Aufsichtsbeschwerde eines anderen Kirchgemeindemitglieds, die sich ebenfalls gegen die Kirchgemeinde richtet und die Anträge enthält, sowohl den im November gewählten Pfarrer als auch den Kirchenpflegepräsidenten aus ihrem Amt zu entheben. Der Vorwurf lautet Verletzung der Fürsorgepflicht. Die Beschwerde wurde Anfang März eingereicht, eine Administrativuntersuchung ist bereits angeordnet. (lcm)

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