Dübendorf

Lothar Ziörjen: «Fünf Jahre sind genug»

Am Mittwoch wurde offiziell bekannt, dass Lothar Ziörjen als Präsident der BDP Kanton Zürich zurücktritt. Im Interview zieht der 59-Jährige Bilanz und erklärt, warum er nach fünf Jahren genug hat.

von
Kerstin
Dietrich
Uhr

Sie treten nach fünf Jahren als Präsident der BDP Kanton Zürich zurück. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Lothar Ziörjen: Fünf Jahre sind genug. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich dieses Amt nicht ewig machen werde. Fünf Jahre sind eine gute Zeit, um aufzuhören und das Szepter weiterzugeben. Der Entscheid dazu fiel allerdings bereits im Herbst: Damals habe ich den Vorstand darüber informiert, dass ich auf Frühjahr 2014 als Präsident zurücktreten werde. Und gerade im Hinblick auf die nächsten grossen Wahlen 2015 ist es wichtig, dass die Stabsübergabe jetzt erfolgt. So hat das neue Präsidium mit dem teilweise neu besetzten Vorstand Zeit, um sich entsprechend vorzubereiten.

Wieso wollten Sie nicht weitermachen?

Bei einer Vereinsstruktur – und nach einer solchen ist eine Partei organisiert – ist es nie gut, wenn jemand zu lange ein Amt innehat. Das könnte das falsche Signal aussenden, dass hier kein Platz für den Nachwuchs bestehe. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Verantwortung in neue Hände übergeht und damit ein Wandel ermöglicht wird. Ausserdem werde ich ja als Nationalrat weiterhin von Amts wegen im Vorstand der kantonalen und auch nationalen BDP vertreten sein.

Wie sieht Ihre Bilanz der letzten fünf Jahre aus?

Ich bin sehr zufrieden damit, wie die BDP aus kommunaler Präsenz heraus aufs kantonale und nationale Parkett getreten ist: 2011 beschleunigte die Partei quasi von Null auf Hundert, indem sie sich bei den Kantonsratswahlen gleich sechs Sitze und damit Fraktionsstärke sicherte. Auch im Nationalrat klappte es auf Anhieb mit sogar zwei statt dem einen anvisierten Sitz. Und schliesslich konnte die Partei auch in der Parlamentsgemeinde Dübendorf gehörig zulegen beziehungsweise in Wetzikon, Uster, Illnau-Effretikon und Winterthur neu einziehen.

Was war für Sie persönlich der schönste Erfolg?

Das Highlight für mich war die zweifache Wahl 2011 sowohl in den Kantons- wie auch anschliessend in den Nationalrat. Bislang hatte ich Exekutivarbeit auf kommunaler Ebene geleistet und nun durfte ich auf kantonaler und nationaler Ebene politisieren. Und zwar mit Nachdruck, dank der auf Anhieb erreichten Fraktionsstärke im Kantonsrat und der Doppelbesetzung zusammen mit Rosmarie Quadranti im Nationalrat.

Und Ihre grösste Niederlage?

Ein Rückschlag, der weh getan hat, war der Ausgang der diesjährigen Parlamentswahlen in der Stadt Zürich: Unser Team ging trotz grossem Engagement leer aus, wurde quasi unter Wert verkauft. Gleichzeitig war ich an der anschliessenden Zusammenkunft aber beeindruckt davon, dass das Team trotz grosser Enttäuschung den Kopf nicht hängenliess und weiter am Ball bleibt.

Ihr Nachfolger wird heute Abend an der ausserordentlichen Generalversammlung gewählt. Was möchten Sie ihm mit auf den Weg geben?

Ich wünsche ihm, dass er nie den Mut verliert, an guten wie an schlechten Tagen. Das Wichtigste ist es, nicht aufzugeben, und immer wieder die nötige Motivation für die tägliche Parteiarbeit aufbringen zu können.

Lothar Ziörjens Nachfolger wird am Mittwochabend, 16. April 2014, im Rahmen der ausserordentlichen Generalversammlung der BDP Kanton Zürich gewählt. Vorgeschlagen ist Kantonsrat Marcel Lenggenhager aus Gossau.

Das Ergebnis der Wahl lesen Sie am Freitag, 17. April, auf ZO-Online.

Autor: Kerstin
Dietrich

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