Dübendorf

Für Fremdparkierer wird es eng

In den Quartieren Wil und Zelgli gilt ab Juli ein neues Parkregime. Mit diesem habe man in anderen Stadteilen gute Erfahrungen gemacht, heisst es von Seiten der Behörden. Unerwünschte Fremdparkierer würden nach und nach aus Dübendorf vertrieben.

von
Benjamin
Rothschild
Uhr

Nach drei Stunden braucht's eine Parkkarte: Marco Strebel, Abteilungsleiter Sicherheit der Stadt Dübendorf, vor Parkfeldern, in welchen das «Zonenparkieren» gilt. (Archivbild: Laurin Eicher)

«Es ist soweit!» – der Einstiegssatz des Rundbriefes, den die Stadt Dübendorf vor kurzem an die Anwohner der Quartiere Zelgli und Wil richtete, lässt eine Ankündigung von bedeutender Tragweite erwarten. Und tatsächlich: Es geht um das Abstellen von Fahrzeugen und um Parkplätze – für gewöhnlich Themen, denen durchaus eine gewisse Brisanz zukommt.

Ab dem 1. Juli gilt auch in Zelgli und Wil das so genannte Zonenparkieren. Anwohner, die ihr Fahrzeug tagsüber für länger als drei Stunden auf öffentlichem Grund abstellen müssen, brauchen eine Parkkarte. Für ein Jahr kostet diese 500, für einen Monat 50 und für einen Tag 10 Franken. Fremdparkierer sollen so ferngehalten, der Schleichverkehr durch die Quartiere möglichst reduziert werden.

Keine Lieferwagen mehr

Das «Zonenparkieren» ist in Dübendorf nicht neu: Seit dem 1. Mai gilt es bereits in den Quartieren Stägenbuck und Flugfeld. Es basiert auf der Verordnung über das Abstellen von Fahrzeugen auf öffentlichem Grund, die seit gut einem Jahr in Kraft ist.

Proteststürme hat das neue Regime bislang nicht ausgelöst: «Für das Parkieren in der Nacht musste man bislang ebenfalls bezahlen und zwar 400 Franken im Jahr», sagt Marco Strebel, Abteilungsleiter Sicherheit der Stadt Dübendorf. Neu findet gewissermassen eine Umlagerung von der Nacht auf den Tag statt, was die Gebührenpflicht betrifft.
In den Quartieren Stägenbuck und Flugfeld habe das neue Konzept durchaus zur Reduktion der Fremdparkiererei beigetragen. «Es hat mehr freie Parkplätze», sagt Strebel. «Die verschiedenen Lieferwagen, die vielfach grösser sind als erlaubt und die früher auf den Parkfeldern standen, sind weitgehend verschwunden.» Bevor das «Zonenparkieren» galt, hätten nämlich viele Leute ihre Firmenfahrzeuge dort abgestellt. Neu bräuchten sie eine Parkkarte und die gebe es nur für Anwohner und wenn ein Fahrzeug auch in ein Parkfeld passe. Eine Lösung brauche es allenfalls noch für die Einsatzfahrzeuge von Gewerbebetrieben, sagt Strebel.

Widerstand im Zentrum

Der Abteilungsleiter Sicherheit räumt weiter ein, dass Fremdparkierer teils in andere Quartiere ausweichen, seit im Stägenbuck und Flugfeld die neuen Regeln gelten. «Das wird aber bald nicht mehr möglich sein, da ja bald alle Dübendorfer Quartiere vom neuen Regime erfasst sein werden», sagt er. Die Schlinge für Fremdparkierer, sie zieht sich zu in Dübendorf.

Andere Regeln als in den Wohnquartieren gelten seit 1. Mai in den Zentrumszonen Städtli und Hochbord. Wer sein Fahrzeug dort länger stehen lässt, muss zahlen. Die erste halbe Stunde ist gratis, die zweite kostet 50 Rappen und jede weitere Stunde einen Franken. Ausserdem wurden Parkzeitbeschränkungen eingeführt. Dagegen gab es in einem Fall Widerstand: «Bei der Strehlgasse beschränkten wir das Parkieren von drei Stunden auf eine. Gegen die Neuerung gab es einen Rekurs von Seiten des angrenzenden Gewerbes», sagt Strebel. Dem Rekurs wolle man Rechnung tragen: Die Drei-Stunden-Regelung soll beibehalten werden.
Insgesamt wird das Parkraumkonzept die Stadt Dübendorf rund 420’000 bis 450’000 Franken kosten. Ab 2018 erhoffe man sich, rund 600'000 Franken pro Jahr einzunehmen, so Strebel.

Autor: Benjamin
Rothschild

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