Russikon

Hängende Gärten im Mini-Format

Sonja Känzigs Spezialität sind sogenannte Hanging Baskets. Jeden Frühling stellt sie hundert dieser Pflanzenkugeln für das Gartencenter Waffenschmidt her und gibt dort ihr Wissen in Kursen weiter.

von
Manuel
Bleibler
Uhr

Sonja Känzig hat im Treibhaus der Gärtnerei Waffenschmidt bereits über hundert Hanging Baskets für den Verkauf vorbereitet. (Bild: Manuel Bleibler)

In dem grossen Treibhaus hängen Sonja Känzigs Kreationen in langen Reihen von der Decke. «Ich produziere jeden Frühling etwa hundert solche Hanging Baskets für den Verkauf im Gartencenter», sagt die Gärtnerin. Noch wirken die hängenden Blumenkörbe etwas leer, doch sobald die Pflanzen wachsen, wird das Drahtgeflecht unter einer blühenden Blumenkugel verschwinden. Für Leute, die ihren eigenen Hanging Basket gestalten wollen, bietet Sonja Känzig jeden Frühling Kurse an.

Eine englische Erfindung

Erfunden wurden die Hanging Baskets in England. «Gärtnern ist in Grossbritannien ein sehr beliebtes Hobby. Da aber viele Leute in Städten leben und keinen Platz für einen eigenen Garten haben, kamen sie auf die Idee, ein Stückchen Garten aufzuhängen», sagt Känzig. Helmut Waffenschmidt, der Besitzer des Russiker Gartencenters sei vor etwa 20 Jahren bei einer Englandreise auf diese Idee aufmerksam geworden und begann zu Hause selber Hanging Baskets herzustellen. «Als ich mich vor 15 Jahren im Gartencenter Waffenschmidt bewarb, waren die Hanging Baskets dort bereits zu einer Art Markenzeichen geworden», sagt Känzig. Als gelernte Floristin war die Volketswilerin eine Quereinsteigerin. «Helmut sagte mir, wenn ich bei ihm arbeiten will, muss ich Hanging Baskets machen können.» Gleich am ersten Arbeitstag half Känzig bei der Betreuung von Teilnehmern eines Kurses. «Seither habe ich das jedes Jahr gemacht», sagt sie. Inzwischen ist Sonja Känzig im Gartencenter die Spezialistin für das Thema.

Auf die Mischung kommt es an

Bei der Gestaltung eines Hanging Baskets komme es vor allem auf die richtige Mischung an, sagt Känzig. «Bevor man mit dem Bepflanzen anfängt, sollte man sich ein Rezept für die Zusammensetzung überlegen.» Dabei gelte es vor allem eine gute Balance zu finden zwischen verschiedenen Farben, Blätter- und Wuchsformen. «Anders als bei einem Blumentopf, bei dem die Pflanzen nur nach oben wachsen können, breiten sie sich bei einem Hanging Basket in alle Richtungen aus.» Anstelle eines Topfs legt die Gärtnerin den weitmaschigen Drahtkorb mit einem Wollvlies aus. «Dort wo die Pflanzen rauswachsen sollen, schneide ich Löcher in das Vlies.»

Anschliessend fügt sie die Pflänzchen vorsichtig mit den Wurzelballen voran durch die enge Öffnung. «Das braucht etwas Übung, damit man die Wurzeln nicht beschädigt», sagt sie. Dann wird der Korb mit Erde aufgefüllt und von oben die Deckgewächse eingepflanzt. «Für die Oberseite wählen wir Pflanzen wie Geranien, Fuchsien oder Begonien, die Volumen geben. Auf der Unterseite eher solche, die schön hängen, wie Sunsatien, Husarenknopf oder Efeu. Einfluss auf die Auswahl hat auch der Standort und die Intensität der Besonnung.» Richtig kombiniert, entsteht so nach einiger Zeit ein dichtes Geflecht ineinander verwachsener Pflanzen.

Jedes Jahr etwas neues

In ihren Kursen erklärt Känzig den Teilnehmern auch, welche Pflanzen farblich zusammenpassen. «In meinem früheren Beruf als Floristin habe ich viel über Kontraste und Farbkombinationen gelernt», sagt sie. Letztlich können die Teilnehmer aber selber entscheiden, welche Pflanzen sie einsetzen wollen. Für die Hanging Baskets verwende man typischerweise sogenannte Sommerflor, also nicht winterharte Pflanzen, die nur eine Saison lang halten, dafür aber durchgehend Blüten produzieren. «So kann man jedes Jahr etwas Neues ausprobieren», sagt Känzig. Einige der Kursbesucher kämen schon seit mehreren Jahren immer wieder. «Sie schätzen auch das Zusammensein und das gemeinsame Gärtnern.»

Autor: Manuel
Bleibler

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