Neue Fahrschule in Effretikon

«Seelenstriptease» in der Autofahrstunde

Markus Arni sass schon immer gerne hinter dem Steuer. Jetzt hat er in Effretikon eine Fahrschule eröffnet. Mit seinen Fahrschülern hat er schon einige brenzlige Situationen durchgestanden.

von
Petra
Zillig
Uhr

Erfährt vieles aus dem Privatleben seiner Fahrschüler: Markus Arni hat in Effretikon eine Fahrschule eröffnet. (Bild: Petra Zillig)

Markus Arni hatte irgendwann genug von seinem Job. Jahrelang hat er im Aussendienst Import- und Exportdienstleistungen verkauft. Im Auto war er dabei immer gerne unterwegs, hat aber auf den Strassen viel gesehen, das ihm nicht gefiel: «Strassenrowdys provozieren Schleicher, oder Auto- und Motorradfahrer duellieren sich auf der Landstrasse.»

 

Vor zwei Jahren entschloss sich Markus Arni, die Ausbildung zum Fahrlehrer zu machen. Im September hat er seine Fahrschule Simple Drive an bester Lage, an der Rikonstrasse, im Zentrum Effretikons eröffnet. «Ich wohne nur einige Kilometer von meiner Fahrschule weg», begründet Arni seine Standortwahl. Die Konkurrenz im Ort, die Dinkel Fahrschule und die Fahrschule GT, kennt er nicht persönlich. «Wir grüssen uns, aber reden nicht miteinander», sagt Arni.

Überhaupt macht er sich keine Gedanken darüber, was seine Mitstreiter anbieten. «Ich schaue für mein eigenes Gärtchen.» Seine Fahrstundenpreise liegen über der dörflichen Konkurrenz. Er sieht darin kein Problem. Er habe für sich ausgerechnet, wie viel er pro Fahrstunde verdienen müsse.

Liebeskummer und Geldsorgen

Arni arbeitet gerne mit jungen Menschen. «Ich bin der Kumpeltyp, behalte aber die Autorität.» Es komme in seinen Fahrstunden auch immer wieder vor, dass Fahrschüler viel Persönliches von sich preisgeben. «Die Junglenker erzählen von ihrem Liebeskummer, Geldsorgen, Problemen mit Freunden oder Eltern.»

Ein besonders schlimmer Fall wird ihm in Erinnerung bleiben. Der Fahrschüler kam immer niedergeschlagen in die Fahrstunde. «Er erzählte mir, dass er von seinen Eltern geschlagen wird.» Das habe Arni mitgenommen. Er habe ihm Tipps gegeben, wo er sich Unterstützung holen könnte.

Zu sehr in die Probleme seiner Schüler möchte Arni dann aber doch nicht involviert sein. «Irgendwo muss ich mich abgrenzen, und ich höre ja immer nur eine Seite der Geschichte.»

3000 Kilometer bis zur Prüfung

Es gab auch schon brenzlige Situationen mit Lernfahrern. «Ein Schüler verwechselte das Gas mit der Bremse und verursachte beinahe einen Auffahrunfall.» Arni musste eingreifen.

Bei Stau auf der Strasse läuft der Fahrlehrer zu seiner Höchstform auf. Er mag die Herausforderung, Wege zu finden, mit denen verstopfte Strassen umfahren werden können. Fahrschülern rät er, bis zur Prüfung zirka 3000 Kilometer mit dem Auto zurückzulegen. «Natürlich ist da auch das Fahren im privaten Rahmen eingerechnet.»

Für die Zukunft seiner Fahrschule wünscht sich Arni, dass sein Firmensignet Simple Drive überall in der Region vertreten sein wird. «Mehrere Fahrschulen in der Region und fünf bis zehn Mitarbeiter wären schön.»

Autor: Petra
Zillig

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