100-Jährige aus Bietenholz

«Ich wäre lieber 70 geworden»

Marie Berweger-Mäder aus Bietenholz feiert nächste Woche ein besonderes Jubiläum: Sie wird 100 Jahre alt.

von
Annalisa
Hartmann
Uhr

Marie Berweger-Mäder hat ihr ganzes Leben im Bietenholz verbracht. Nächste Woche wird sie 100 Jahre alt. (Bild: Annalisa Hartmann)

Sie lebt im Stöckli an der Hegnauerstrasse 2 in Bietenholz, gleich neben dem Bauernhaus, in dem sie geboren und aufgewachsen ist. Marie Berweger-Mäder ist durch und durch Bietenholzerin. Ihren Geburtsort hat sie nie verlassen. Nächste Woche feiert sie hier ihren 100. Geburtstag.

«Wir können es fast nicht glauben», sagt ihr Sohn Walter Berweger. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern organisiert er im Stöckli einen Tag der offenen Tür, um diesen besonderen Anlass zu feiern.

Kann kein Unkraut stehen lassen

«Ich wäre lieber erst 70», sagt Marie Berweger. Denn sie will noch viel erleben. Viel Freude hat sie nach wie vor am Brot backen und am Singen. «Ich singe noch fast täglich das Bietenholzer Lied.» Ein Lied, das der Ehemann der Enkelin Madeleine zur Einweihung des neuen Dorfbrunnens komponiert hat.

Auch das Lesen gehört noch zum Tagesablauf der Seniorin, obwohl ihre Augen langsam nachlassen. «Am liebsten lese ich Fachzeitschriften», sagt sie. Etwa die «Bauern Zeitung» oder den «Zürcher Bauer». Denn Marie Berweger ist nicht nur durch und durch Bietenholzerin, sondern auch Bäuerin. Bis vor zwei Jahren jätete sie noch ihren eigenen Garten rund um das Haus herum und an der Strasse das Unkraut. «Ich kann kein Unkraut stehen lassen», sagt sie.

In der Zeit, in der sie noch als Bäuerin gearbeitet hatte, waren die Bedingungen «ganz anders» gewesen als heute. Berweger erinnert sich noch gut daran, wie sie mit dem Pferd und ohne Mechanik auf dem Feld gearbeitete. Wenn sie morgens im Stall half, konnte es vorkommen, dass sie um vier Uhr mit der Arbeit beginnen musste, um rechtzeitig die Milch im «Milchhüsli» abzuliefern oder von Hand das Gras zu mähen. «Die Arbeit hat mich fit gehalten», sagt Berweger. Sie ist überzeugt, dass sie auch deswegen so alt geworden ist.

Das Bauern ist immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens. «Wenn ich draussen unterwegs bin, kann ich gar nicht anders, als die Kulturen zu kontrollieren.»

Auf Hilfe angewiesen

Neben der öffentlichen Feier wird Marie Berweger den 100. Geburtstag auch im Kreis ihrer Familie feiern. «Ich habe 15 Urenkel», sagt sie wie auf Knopfdruck. 11 Enkel, 4 Kinder. Ihrem Sohn Walter und deren Frau hat sie es zu verdanken, dass sie immer noch in den eigenen vier Wänden wohnen kann. Die beiden leben im selben Haus, einen Stock unter ihr. Sie bringen ihr das Essen und helfen ihr, wann und wo es nötig ist.

«Sie kann nicht mehr allein sein», sagt Schwiegertochter Agnes Berweger. Als die beiden kürzlich zwei Wochen in die Ferien fuhren, musste Marie Berweger daher einen zweiwöchigen Ferienaufenthalt im Alterszentrum Bruggwiesen verbringen. Dort wird sie auch das Fest mit ihren Angehörigen Feiern. «Ich freue mich darauf», sagt die Bietenholzerin.

Autor: Annalisa
Hartmann

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