Walder macht Karriere

Vom ausgemusterten Rekruten zum Zivilschutzkommandanten

Seit Anfang Jahr ist der Walder Peter Arianna Co-Kommandant des Zivilschutzes Wetzikon-Seegräben. Er möchte die Organisation nicht nur mitprägen, sondern auch deren Image verbessern.

von
Martina
Gradmann
Uhr

Peter Arianna aus Wald hat seit Anfang Jahr mit Marc Flachsmann die Leitung des Zivilschutzes Wetzikon-Seegräben übernommen. (Bild: Martina Gradmann)

Schon der Satiriker Victor Giacobbo betonte ständig, wie wichtig der Zivilschutz sei, erntete damit von seinem Bühnenpartner und seinem Publikum aber meist nur ein müdes Lächeln. «Ja, das Image des Zivilschutzes ist schlecht», weiss auch Peter Arianna, der neue Co-Kommandant des Zivilschutzes Wetzikon-Seegräben. Seit Anfang Jahr wurde dem 35-jährigen Walder und seinem Co-Kommandanten Marc Flachsmann die Leitung des städtischen Zivilschutzes übertragen, was für beide eine zehnprozentige Anstellung bedeutet.

Ein falsches Bild

«Wir haben einen Leistungsauftrag der Stadt Wetzikon, unterstützen die Feuerwehr bei Einsätzen, übernehmen Betreuungsaufgaben in Altersheimen und im Invalidenzentrum und stellen Stabsassistenten für grössere Anlässe zur Verfügung», erklärt der junge Familienvater. Die Einsätze seien vielfältig und würden von der Bevölkerung meist zu wenig wahrgenommen.

«Das Bild der Zivilschützer, die ein bisschen Maschinen warten und sich dann ins Restaurant verziehen, ist leider immer noch in den Köpfen», sagt Arianna. Dabei sei dies längst nicht mehr so und auch Alkohol sei während der Dienstzeit nicht mehr geduldet.

Notvorräte lagern

Bei einem Gang durch die Zivilschutzanlage Walenbach wird deutlich, dass die Anlage noch aus einer anderen Zeit stammt, wo die Bedrohung anders aussah. Neben Büros und der Kommandozentrale, gibt es mehrere Räume mit unzähligen Feldbetten, die nicht sehr einladend wirken.

Ob man die Bevölkerung bei einem heutigen Konflikt so noch schützen könne, kann Arianna nicht mit einem klaren Ja beantworten. «Es ist ja nicht mehr Pflicht, dass jedes Haus über einen Zivilschutzkeller verfügen muss. Und doch wäre es vielleicht wieder sinnvoll Notvorräte zu lagern.» Bedrohungen könnten heute auch von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Felsstürzen oder Stromausfällen ausgehen, so der Zivilschützer.

Ganz freiwillig ist auch Arianna nicht in den Zivilschutz gekommen. Noch während der Rekrutenschule zog er sich eine Verletzung zu, wurde ausgemustert und den Zivilschützern zugeteilt. Er wurde Pionier, Korporal und teilt sich jetzt das Kommando mit einem Kollegen.

«Viele kritisieren den Zivilschutz, wollen sich aber nicht engagieren.» Nach dem langjährigen Kommandanten Dani Gautschi haben jetzt die beiden jungen Männer übernommen und einen Generationenwechsel eingeleitet. Der Zivilschutz sei kein Verein, wo jeder kommen könne oder auch nicht. Es gebe Dienstzeiten, Befehlswege und einen klaren Auftrag, den die beiden sichtbarer machen möchten. 

Grillstelle und Geländer

So habe der Zivilschutz beispielsweise die Grillstelle im Kemptner Tobel gebaut oder ein Geländer beim Wasserfall montiert, was der ganzen Bevölkerung zugute- komme. Solche Arbeiten schätzt der gelernte Schreiner und heutige Techniker im Einbruchsschutz. Und auch, dass er gewisse Arbeiten auch von seinem Zuhause in Wald erledigen kann. Denn manchmal sei die Arbeit im fensterlosen Bunker schon gewöhnungsbedürftig. Für den gebürtigen Ettenhauser ist Wald mit seiner Umgebung denn auch ein grosser Pluspunkt für ihn und seine Familie.

Autor: Martina
Gradmann

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