Wegen Spuckattacke auf einen Juden

Rütner Neonazi droht Knast

Der Rütner Neonazi Kevin G., der als Sänger der Band Amok bekannt ist, muss womöglich ins Gefängnis. Grund dafür: Er soll in Zürich einen Juden bespuckt und beschimpft haben.

von
David
Kilchoer
Uhr

Sänger Kevin G. aus Rüti soll einen Juden bespuckt und beschimpft haben. (Bild: vermutet.info.antifa.ch)

Der Vorfall im Juli vor zwei Jahren sorgte für Aufregung: Gut zwanzig Rechtsradikale griffen auf offener Strasse in Zürich-Wiedikon einen orthodoxen Juden an. Die Männer hatten zuvor einen Polterabend gefeiert. Der Rädelsführer – offenbar der Rütner Sänger der Band Amok, Kevin G. – soll dabei den Juden bespuckt und beschimpft haben.

Nun sitzt der Rütner auf der Anklagebank. Dem Tages-Anzeiger liegt die Anklageschrift vor. Dort heisse es, der Beschuldigte hätte zwar Alkohol getrunken, sei nach eigenen Angaben in angeheitertem Zustand gewesen, aber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Er habe den orthodoxen Juden auf dem Trottoir der Uetlibergstrasse dreimal bespuckt, «um seiner Verachtung Ausdruck zu verleihen». Er habe den Juden am Hut, im Gesicht und im Schulterbereich getroffen.

Der Jude sei daraufhin schnell davon gegangen, worauf Kevin G. ihn verfolgt haben und ihm die Worte «Scheissjude», «Wir werden euch alle vergasen» und «Wir schicken euch nach Auschwitz» nachgerufen haben soll. Dabei habe er auch den Arm zum Hitlergruss ausgestreckt und «Heil Hitler!» gerufen. Schliesslich habe er versucht, den Juden zu schlagen, sei aber von Passanten daran gehindert worden.

Bis zu 28 Monate Knast

Die Staatsanwältin klagt Kevin G. wegen Rassendiskriminierung an. Sie verlangt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten und eine Busse von tausend Franken. Zudem sollen ihr zufolge zwei einschlägige, bedingt ausgesprochene Strafen widerrufen werden: aus den Jahren 2012 und 2013. In beiden Fällen sei der Beschuldigte in der fünfjährigen Probezeit erneut straffällig geworden.

Die Konsequenz, falls das Gericht den Anträgen der Staatsanwältin folgt: Kevin G. müsste für 28 Monate ins Gefängnis und auch eine noch unbekannte Geldstrafe bezahlen.

Nicht bekannt ist der Gerichtstermin vor dem Bezirksgericht Zürich. Unklar ist auch, ob der Beschuldigte geständig ist.

Autor: David
Kilchoer

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