Hinwiler Formel-1-Rennstall

Saubers mutige Strategie mit WM-Punkten belohnt

Den Grand Prix von Spanien entscheidet Lewis Hamilton im Mercedes vor Ferrari-Pilot Sebastian Vettel für sich. Jubeln durfte auch Sauber: Pascal Wehrlein gewann als Achter vier WM-Punkte.

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Endlich wieder einmal Freudenstimmung im Lager von Sauber-Ferrari: Pascal Wehrlein wurde dank einer mutigen Strategie im Grand Prix von Spanien Achter. Der 22-jährige Deutsche war als einziger im Feld mit einer Einstopp-Strategie unterwegs. «Jede Runde war wie eine Qualifikationsrunde. Ich musste aber auch aufpassen, dass meine Reifen nicht zu stark abbauten», sagte er.

Weil Wehrlein bei seinem einzigen Stopp die falsche Seite zur Boxen-Einfahrt benutzte hatte, wurde ihm eine 5-Sekunde-Strafe aufgebrummt. Dieses Handicap kostete ihn schliesslich einen Rang, weil Carlos Sainz im Toro Rosso-Renault nur 1,140 Sekunden hinter ihm die Ziellinie überquert hatte. Teamkollege Marcus Ericsson klassierte sich im 11. Rang, zehn Sekunden hinter dem Zehnten Romain Grosjean.

Peter Sauber vor Ort

Vor einem Jahr konnte Sauber erst Mitte November dank des 9. Rangs von Felipe Nasr in Sao Paulo die Schmach des letzten Teamranges gegenüber Manor, das dank Wehrlein seit dem GP von Monaco (10. Wehrlein!) einen WM-Zähler hatte, abwenden und am Ende einen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Prämientopf kassieren.

Mitgejubelt am Sonntag hat auch Team-Gründer Peter Sauber. Der 73-Jährige, der die Rennen praktisch nur noch am TV verfolgt, wurde vom neuen Teambesitzer Pascal Picci, dem CEO von Finanzinvestor Longbowe, eingeladen.

Den Mängeln getrotzt

Der Punktgewinn kommt überraschend, da sowohl Chassis als auch Motor als Baustelle galten. Laut einem Bericht des Fachmagazins «Auto, Motor und Sport» hat der C37 zwei Probleme: Er generiert zu wenig Abtrieb und er kühlt Motor und Elektronik zu schlecht. Deshalb müsse der ohnehin schon schwachbrüstige Ferrari-Antrieb aus Sicherheitsgründen mit weniger Leistung betrieben werden. Das alles führt dazu, dass die Fahrer Mühe damit haben, die Reifen auf Temperatur zu bringen – und entsprechend Zeit verlieren.

Teamchefin Monisha Kaltenborn  gibt zu, dass sie mit einem solchen Resultat frühestens beim GP von Monaco gerechnet hatte. Dann könne der Hauptteil des Updates eingesetzt werden. Weiter erklärte sie, dass die «Strategie riskant war, aber wir hatten den richtigen Riecher und Pascal machte einen super Job.»

55. Sieg für Hamilton

Lewis Hamilton im Mercedes gewann am Sonntag den Grand Prix von Spanien mit 3,4 Sekunden vor Sebastian Vettel im Ferrari. Mit Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault befand sich nach 66 Runden nur noch ein Fahrer in der gleichen Runde: Der Australier wurde mit über einer Minute Rückstand Dritter.

In der WM-Gesamtwertung haben sich Vettel und Hamilton nach seinem 55. GP-Triumph weiter abgesetzt: Der Deutsche hat noch sechs Punkte Vorsprung auf den Briten (104:98). Die ersten Verfolger schieden allesamt aus: Kimi Räikkönen im Ferrari und Vorjahressieger Max Verstappen im Red Bull-Renault nach einer gegenseitigen Berührung schon in der ersten Runde sowie Valtteri Bottas, der Sieger von Sotschi, im Mercedes nach 39 Runden mit Motorschaden. (sda)

 

Twitter-Quelle: @sauberf1team

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