Hinwil

Hochwasserschutzprojekt bremst Migros-Pläne

Ende 2015 wollte die Migros in Hinwil eine Chickeria eröffnen. Doch der Bau des Poulet-Restaurants ist noch immer nicht bewilligt. Erst muss ein Bächlein hochwassersicher werden.

von
Walter
Sturzenegger
Uhr

Die Chickeria in Hinwil kann erst im Frühling 2017 eröffnet werden.
Schuld an der Bauverzögerung ist das Haldenbächli an der Siedlungsgrenze Hinwils. (Bild: zvg)

Im Dezember 2015 eröffnete die Migros eine Filiale ihrer neuen Chickeria-Kette in Zürich-Oerlikon. Neben Pfäffikon und Winterthur soll auch Hinwil ein Poulet-Restaurant erhalten. Doch der geplante Neubau an der Kemptnerstrasse verzögert sich.

Die Genossenschaft Migros Ostschweiz hatte im Oktober 2014 ein Baugesuch eingereicht. Zunächst deutete alles auf eine rasche Realisierung hin. Im März 2015 sollte mit dem Bau des 190Quadratmeter grossen Restaurants mit 93 Sitzplätzen im Innern und 24 Aussenplätzen begonnen werden. Die Eröffnung sei Ende 2015 geplant, verkündete Projektleiter Niklaus Kunz damals (wir berichteten).

Daraus wurde nichts. «Wann die Chickeria eröffnet wird, ist ungewiss», sagt Christian Possa, Projektleiter Kommunikation. «Die Baubewilligung steht noch aus.» Die Migros lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken. Die Rekrutierung des Personals ist längst angelaufen, im Februar war die Stelle des Restaurant-Managers ausgeschrieben. Auch am Konzept ändert sich laut Possa nichts.

Gefährliches Gewässer

Schuld an der Bauverzögerung ist das Haldenbächli an der nordwestlichen Siedlungsgrenze Hinwils. Es fliesst eingedohlt unter dem Chickeria-Grundstück durch. Und es sorgt über weite Strecken für eine mittlere Hochwassergefährdung, wie die Gefahrenkarte zeigt. «Eine Bewilligung für den Bau der Chickeria war nicht möglich», sagt Erkan Metschli, Leiter der kommunalen Abteilung Bau und Planung. «Voraussetzung ist gemäss Gewässerschutzgesetz ein Hochwasserschutzprojekt, das rechtlich und finanziell sichergestellt ist», erklärt er.

Ein solches Projekt ist inzwischen spruchreif. Der Gemeinderat unterbreitet es am 20. Juni der Gemeindeversammlung. Die Behörde rechnet mit Gesamtkosten von 1,225 Millionen Franken. Nach Abzug von Staats- und Grundeigentümerbeiträgen verbleibt der Gemeinde ein Anteil von knapp 21 Prozent oder 254000 Franken.

Natürlicherer Bachlauf

Geplant ist, das Haldenbächli zwischen der Kemptnerstrasse und der Mündung in den Wildbach auszudohlen. Für die Kemptnerstrasse würde eine Brücke gebaut. Oberhalb der Strasse ist eine Ausweitung der Bachsohle projektiert, um die Abflusskapazität zu vergrössern. Noch weiter bergwärts, im Bereich des Quartiers Atenbüel, soll die Kapazität des bestehenden Durchlasses erhöht werden.

Bewilligt die Gemeindeversammlung Kredit und Projekt, sollte einer Festsetzung durch das kantonale Amt für Wasser, Energie und Luft nichts mehr im Weg stehen. Das Baubewilligungsverfahren läuft laut Metschli parallel. Er verspricht: «Sobald der Kanton seinen Segen gegeben hat, werden wir den baurechtlichen Entscheid möglichst rasch eröffnen.»

Damit wäre eine Eröffnung im Frühling 2017, wie sie die Migros auf ihrer Website kommuniziert, realistisch. Lehnt die Gemeindeversammlung das Haldenbächli-Projekt hingegen ab, würde dies laut Possa «die Terminplanung nochmals komplett verändern: Wir müssten zurück auf Feld eins».

Autor: Walter
Sturzenegger

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