Bubikon

Idylle über den Dächern Bubikons

Auf dem Gebäude des Gartenbauers Kobel steht der mit 400 Quadratmetern wohl grösste Dachgarten Bubikons. Das Gebäude musste dafür extra stark gebaut werden.

von
Andreas
Kurz
Uhr

Stolz auf seinen Dachgarten: Gartenbauer Hansueli Kobel hat auf dem Dach seines Hauptsitzes ein lauschiges Plätzchen geschaffen. (Bild: Seraina Boner)

Vier Stockwerke hoch ist das Werksgebäude von Kobel Gartengestaltung mitten im Bubiker Industriegebiet. Zuoberst, auf 15 Metern, befindet sich der wohl grösste Dachgarten der Region. Der Ausblick reicht über grüne Wiesen, hinauf zum Bachtel und über die Dächer Bubikons.

Der Dachgarten sei für den Betrieb sehr wertvoll, sagt Inhaber Hansueli Kobel. Das Land rundherum sei zu teuer für einen Schaugarten. «Die 400 Quadratmeter auf dem Dach haben sich deshalb angeboten, um unsere Kompetenz im Gärtnern und Gestalten zu zeigen.» Den Garten will Kobel einerseits nutzen, um den Kunden Gestaltungs-Ideen zu zeigen, andererseits will er dort auch kulturelle Veranstaltungen durchführen. Im Sommer sollen beispielsweise private Konzerte auf dem Dachgarten stattfinden.

Selbst konzipiert und entworfen

Das Werksgebäude in Bubikon ist seit Anfang Februar das neue Hauptquartier, des aus Uetikon am See stammenden Gartenbauers. Von hier schwärmen täglich neun bis zehn Teams aus. Das Haus hat Kobel selbst konzipiert und entworfen. Die mit einfachen Rohmaterialien ausgestatteten Räume versprühen viel Werkstatt-Atmosphäre. «Es sollte modern und gleichzeitig wohlig fürs Auge werden», sagt Kobel. Im Gebäude befinden sich nebst dem Büro auch zwei Ateliers, die Kobel an Künstler vermietet. Zuoberst gibt es eine Maisonette-Wohnung, die sich momentan zwei Mitarbeiter teilen.

Inspiriert sei der Dachgarten von «Frau Gerolds Garten» in Zürich, sagt Kobel. «Er soll fürs Auge ungewöhnlich und anregend sein.» Beim Eingang steht eine aus Büchern gemauerte Wand, für die das Unternehmen an der Gartenmesse Giardina mit einem Gold Award ausgezeichnet wurde. Ein Schiffscontainer mit integrierter Bar verströmt Industrie-Chic. Kobel kann sich bereits jetzt lebhaft vorstellen, wie er hier im Sommer 20 bis 30 Gäste bewirtet.

200 Tonnen aufs Dach gehievt

Die Idee für den Dachgarten kam dem Landschaftsgärtner schon früh bei der Planung. «Das Haus musste deswegen viel stabiler gebaut werden», sagt Kobel. Dazu wurden 140 Pfähle in den Boden gerammt. Nun trägt das Dach 1000 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einem normalen Gebäude sind es nur 200 bis 300 Kilogramm.

Insgesamt haben Kobel und sein Team 200 Tonnen Material verbaut. Auf dem Dach liegt teilweise eine 80 Zentimeter dicke, mineralische Substratschicht. «Die braucht es, damit die Bäume wachsen können.» Darunter befindet sich ein ausgeklügeltes Ent- und Bewässerungssystem.

Die Pflanzenarten, die Kobel für den Dachgarten gewählt hat, kommen alle mit wenig Wasser aus. Bei den Baumarten hat er darauf geachtet, dass sie nicht endlos wachsen. «Es ist auch ein Ausprobieren.» Gärten wie dieser seien einzigartig und nicht sehr verbreitet. Auf 15 Metern über dem Boden herrsche zudem ein besonderes Klima. «Die Lage ist exponiert. Die Pflanzen sind hier oben Wind, Wärme und Frost viel stärker ausgesetzt.»

Das Haus sei das gemeinsame Werk von vielen Menschen, sagt Kobel. Dass so ein «Hosenlupf» gelang und er etwas so Grosses gestalten konnte, mache ihn stolz und glücklich. «Jetzt gilt es aber zu arbeiten, auf dem Boden zu bleiben und die täglichen Herausforderungen anzunehmen.»

Tag der offenen Tür bei Kobel Gartengestaltung: Am 20. Mai ab 10 Uhr an der Industriestrasse 1 in Bubikon.

Autor: Andreas
Kurz

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