VW Passat GTE Variant

Abheben mit dem VW Passat GTE

Äusserlich kommt er zeitlos daher und vermittelt ­Solidität. Vollgepackt ist er mit modernen Assistenz­systemen. Unter seiner Haube sind ein Benzin- und Elektromotor unter­gebracht. Der Innenraum ist hochwertig und grosszügig ausgelegt. Die Rede ist vom neuen VW Passat GTE.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Mit dem neuen VW Passat GTE fahren, ist wie abheben mit dem Flieger; ein Vorgang voller Emotionen. Denn im Passat GTE schlagen zwei Herzen in seiner Brust: ein Benzinmotor und ein Elektro­motor, der übrigens den Passat bis auf 130 Sachen beschleunigt. Der Slang «echt, cool» trifft zu, besonders auf der Überholspur auf der Autobahn, wenn man praktisch geräuschlos mit 130 Kilometern an den anderen Fahrzeugen vorbeizieht; das lauteste Geräusch im Fahrzeug macht der Lüfter. Und dieser ist eigentlich ganz leise.

Vorteil Plug-in-Hybrid

Der Passat GTE ist als Plug-in-Hybrid ausgelegt. Das heisst, die Batterie lädt nicht nur auf, wie beim Vollhybriden, wenn man vom Gas geht. Ein Plug-in-Hybrid kann ebenso an der Steckdose zu Hause, am Arbeitsplatz oder gar auf dem Parkplatz des Einkaufscenters geladen werden.
Zudem hat man als Fahrer die Wahl, während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor, beim gefahrenen Passat ein 14-Hunderter-Benziner, die Batterie aufzuladen. Das alles lässt sich unkompliziert mit dem E-Mode-Knopf neben dem Gangwahlschalter einstellen.

Bis zu 50 Kilometer elektrisch

Mit einer vollen Batterie fährt man gut 50 Kilometer rein elektrisch. Während der Testfahrt drückten wir eingangs einer Ortschaft den E-Mode-Knopf und wählten jeweils den rein elektrischen Fahrbetrieb und fuhren so emissionslos, aber keinesfalls emotionslos durch das Siedlungsgebiet.
Elektrisches Fahren ist immer noch mit viel Emotionen verbunden. Volle Leistung von Anfang an und völlig geräuschlos – und wechselt die Signalampel von Rot auf Grün, und ist man zuvorderst in der Kolonne, dann geniesst man diese unmittelbare Beschleunigung mit dem E-Motor.
Ein wenig heikel hat sich der Passat im Hybrid-Modus gezeigt. Da muss das Gas sehr sensibel gedrückt werden, will man beim Anfahren die Vorteile dieser Antriebsart auskosten.

GTE-Modus für volle Leistung

Will man dann mal alles aus dem Passat herauskitzeln, wird der GTE-Knopf gedrückt. Damit steht die volle Systemleistung von sportlichen 218 PS des Benziners und des Elektromotors zur Verfügung. Auf Tempo Hundert geht so unter acht Sekunden. Nur, das hat gestört: der GTE-Knopf aktiviert im Innenraum einen Soundgenerator mit Motorengeräusch und dieses Geräusch tönt schrecklich nach Synthesizer. Das hat dieser Wagen gar nicht nötig.
Das «Active Info Display», das auf die eigenen Bedürfnisse individualisiert werden kann, zeigt unter anderem Verbrauch und Reichweite an, auch für die Batterie; eine Sonderausstattung für 520 Franken, die sich aber in jedem Fall lohnt. Die Anzeige ist gestochen scharf und das LED-Instrument bewährt sich auch bei starkem, direktem Lichteinfall.
Wirklich hervorragend erweist sich das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Hier spielt VW seinen technischen Vorsprung bei dieser Getriebeart gnadenlos aus. VW war der erste Hersteller, der 2003 die ersten Doppelkupplungsgetriebe, anfänglich noch mit Kinderkrankheiten behaftet, serienmässig in die Fahrzeuge einbaute.
Ebenfalls hervorragend ist die Ausstattung an Assistenzsystemen. Darunter ein adaptiver Tempomat, ein Limiter, ein Stauassistent, eine 360-Grad-Rundumkamera, deren Ansicht man auf dem Touchdisplay in der Mittelkonsole mit dem Finger beliebig drehen kann.
Spass gemacht hat der aktive Spurhalteassistent. Mit adaptivem Tempomat ein und aktivierter Spurhaltung wurde der Hegnauerrank bei Dübendorf ohne aktives Eingreifen der Hände durchfahren. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft des selbständigen Fahrens.

Ökologische Fragen

Noch etwas zum Verbrauch. Der vom Hersteller mit 1,7 l/100 km angegebene Verbrauch ist mit Vorsicht zu geniessen. Auf der Testfahrt kamen wir auf einen Schnitt von rund 4 l/100 km, immer noch sehr gut für ein 1,7 Tonnen schweres Fahrzeug! Die Frage, ob sich die Anschaffung eines Plug-in-Hybriden wie des Passat GTE rechnet und das Fahrzeug ökologisch besser abschneidet, als ein reiner Diesel oder Benziner, ist hauptsächlich abhängig davon, mit welcher Stromart und welchem Fahrmodus die Batterie geladen wird. Schaut man nur auf den CO2-Ausstoss und will in städtischen Gebieten rein elektrisch fahren, dann lohnt es sich aus unserer Sicht – auch wenn der Preis für das Basismodell, ohne Prämienabzug, bei 50 800 Franken liegt.

Fazit: Mit dem Passat GTE erhält man den Fünfer und das Weggli. Langstreckentauglich und gleichzeitig gemacht für Fahrten bis 40 Kilometer rein elektrisch erfüllt das Fahrzeug praktisch alle Anforderungen an ein multifunktionales Auto. Er ist ein solider Wagen aus deutscher Wertarbeit.

Technische Daten
Gefahrenes Modell VW Passat GTE Variant mit vielen Sonderausstattungen

Motor/Getriebe
1,4-Liter-Vierzylinder-
Turbo-Benziner
Leistung 156 PS/115 kW
Drehmoment max. 250 Nm
Elektromotor auf Vorderachse
Leistung 115 PS/85 kW
Drehmoment max. 400 Nm
Systemleistung 218 PS/160 kW

6-Gang-Doppelkupplungs­getriebe

Normverbrauch/Emissionen
Gesamt 1,7 l u. 12,9 kW/100 km
CO2-Emissionen 39 g/km
Energieeffizienzklasse A

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing
Autojournalist

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